Void & Sound

Gruppenausstellung:
THOMAS BALDISCHWYLER, JUDITH DELGADO, FERDINANT DÖLBERG, MILAN DÖLBERG,
CAROLA ERNST, BELA B FELSENHEIMER, KONSTANZE HABERMANN, SIMON HEHEMANN,
JONAS HOFRICHTER, FABIAN HUB, VALERIE VON KÖNEMANN, JIL LAHR, CATHERINE LORENT, STEFAN MÜLLER, MANFRED PECKL, STEFAN PFEIFFER, KERSTIN PODBIEL, PHONOSCHRANK, JANNIK RICHARD, YANNICK RIEMER, EVAMARIA SCHALLER, HANK SCHMIDT IN DER BEEK, BERNHARD SCHREINER, MALTE STRUCK, MARK WEHRMANN, HEIKO WOMMELSDORF, PHILLIP ZAISER, THOMAS ZIPP

Die zunächst leeren Galerieräume werden über einen längeren Zeitraum (23.11.19 – 25.01.20) regelmäßig von zeitgenössischen KünstlerInnen klanglich bespielt. Sie stellen sich und ihre Projekte im Rahmen eines Konzerts oder einer Performance vor und hängen, bzw. installieren im Anschluss jeweils eines ihrer Werke in der Galerie. Der finale, kaleidoskopische Ausstellungszustand bleibt dann für zwei Wochen besuch- und erlebbar. Die einzelnen Aufführungen werden archiviert und können zusätzlich in der Galerie gesichtet werden – so wird die Finissage zur Vernissage.

Void & Sound Werke: (PDF)


Konstanze Habermann


Phillip Zaiser, Stefan Müller, Manfred Peckl, Kerstin Podbiel, Hank Schmidt in der Beek, Supinice, Simon Hehemann, Catherine Lorent


Bernhard Schreiner, Fabian Hub, Yannick Riemer, Malte Struck & Mark Wehrmann, Evamaria Schaller


Malte Struck & Mark Wehrmann, Jannik Richard, Ferdinand Dölberg & Milan Dölberg,  Stefan Pfeiffer, Carola Ernst, Judith Delgado, Thomas Zipp, Aristide Olt, Jonas Hofrichter

Vimeo Performance Dokumentation Link.

Die zunächst leeren Galerieräume werden über einen längeren Zeitraum (23.11.19 – 25.01.20) regelmäßig von zeitgenössischen KünstlerInnen klanglich bespielt. Sie stellen sich und ihre Projekte im Rahmen eines Konzerts oder einer Performance vor und hängen, bzw. installieren im Anschluss jeweils eines ihrer Werke in der Galerie. Der finale, kaleidoskopische Ausstellungszustand bleibt dann für zwei Wochen besuch- und erlebbar. Die einzelnen Aufführungen werden archiviert und können zusätzlich in der Galerie gesichtet werden – so wird die Finissage zur Vernissage.

Pressetext Rosa Windt

Performances:

Start am Samstag, 23.11.19 ab 18 Uhr
ATIKA FLUGASCHE 21
Phillip Zaiser

Rrrums, Tztztz, s‘ Boing, Kniersch, Ziepen, Quietsch oder gar Ton in Ton, so läuft der B- Ton Mischer auf Zaisers Drillingskanal.

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Mittwoch 27.11.19 / ab 19 Uhr
VAN URRGH
Manfred Peckl, Stefan Müller, Ivar van Urk

dringend / das Wunder des Würgens / Glanz großes Heißkalt / alle Farben
Van Urrgh

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Donnerstag 28.11.19 / ab 19 Uhr
JESUS VAMPIRE
Kerstin Podbiel, Jonas Hofrichter

minimal punk jazz industrial – Dont be picky if the blood is sticky. Suck my empire.
Jesus Vampire

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Mittwoch 4.12.19 / ab 18 Uhr
LUNSENQUINTETT
Hank Schmidt in der Beek, Nick McCarthy

Als DAS LUNSENQUINTETT tritt die eigentlich fünftköpfige Rockformation DAS LUNSENTRIO erstmals zu dritt auf:
Dub-Spezialist der Londoner Sausage Studios Seb-I Kellig, Nick McCarthy (bis vor kurzem Keyboarder/Gitarrist und beste Hälfte von Franz Ferdinand/FFS) und der Kreuzberger Dichter und Künstler Hank Schmidt in der Beek werden in der Galerie Kai Erdmann als Weltpremiere ihre Lunsenlieder auf Stubenmusiktauglichkeit testen.

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Sonntag 8.12.19 / ab 16 Uhr
SUPINICE DOLCE VITA
Valerie von Könemann, Jil Lahr

Hab Sonne im Herzen und Pizza im Bauch denn dann bist du fröhlich und satt bist du auch.

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Montag 9.12.19 / ab 18 Uhr
HAPPY GRINDCORE
Simon Hehemann. Bandmitglieder: Schack, Eisensäge und Henni Guitar.

Happy Grindcore existieren seit 1989 und sind seitdem kontinuierlich dabei das musikalische Nichts in neue Dimensionen zu stoßen. Internationale Tourneen, Musikpreise und mehrere Veröffentlichungen zeichnen das erfolgreiche Projekt aus.HG haben den Akustikgrindcore erfunden, sowie den Junglegrind, den Popgrind, den Westerngrind, den Ambientgrind usw…. Nach erfolgreicher Etablierung des Hasses in der Gesellschaft, nun mit diesem Auftritt die Hinwendung zur Liebe und der Rettung der Welt.

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Mittwoch 11.12.19 / ab 18 Uhr
GRAN HORNO: THE GOOD AXE
Catherine Lorent

Solo-Performance with at least three guitars, one axe, voice and percussion

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Freitag 13.12.19 / ab 18 Uhr
BELLYBUTTON FLUFF (POLYMETER)
Bernhard Schreiner

A polymetric live-presentation of Udu-drumming (using custom built ceramic sculptures),
key ring shaking, Cracklebox tickling, pedal pressing and extensive live-looping/overdubbing.

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Dienstag 17.12.19 / ab 18 Uhr
NICHT AUS GLAS / NOT OF GLASS
Evamaria Schaller

Der Scherbenhaufen. Begläsern ohne aus Glas zu sein. Ohne Glas keine Scherben. Ohne Scherben kein Haufen.
Kein Rhythmus dafür Schlagen. Und wir heben das Glas dem Glas zu Ehren!

The pile of broken glass. Glasses without being made of glass. Without glass there are no shards. Without shards no heap.

No rhythm for beating. And we lift the glass in honour of the glass!

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Mittwoch 18.12.19 / ab 18 Uhr
MY HEART YOUR LEG
Fabian Hub, Phonoschrank, Yannick Riemer

“My heart your leg“ sieht ihre Performance mehr als eine Klanganordnung, die mit den herkömmlichen musikalischen Ordnungen wie Metrik, Rhythmus, Harmonie und Melodie bricht, denn als eine musikalische Darbietung. Disharmonien zeugen vom Diskurs welcher sich auch in der Präsentation der physischen Werke spiegelt. Gebrochene Flächen dienen als fragiles Fundament auf dem der akustische Raum errichtet wird, in welchem die Rezipienten diesem Diskurs beiwohnen.
F: “Schau mal, das is ‘ne Sonne die scheint nach innen.“
Y: “Das ist eine Uhr.“
F: “Fuck!“

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Sonntag 22.12.19 / ab 16 Uhr
DEATH METAL PERFORMANCE
Malte Struck & Mark Wehrmann

Gemeinsam arbeiten Malte Struck und Mark Wehrmann an den Themenfeldern Klang, Raum und Tod. In ihren Death Metal Performances, die sie bisher u.a. in Frankfurt, Düsseldorf, Leipzig, Berlin, Hamburg, Basel, Florenz, Venedig und Tiflis ausstellten, greifen sie sowohl auf Subgenres populärer Musik zurück, als auch auf klassische Kunstmotive wie die „Living Sculpture“ oder das „Orgien Mysterien Theater“.

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Donnerstag 9.1.20 / ab 18 Uhr
VOM KORN BIS ZUR KRONE
DER SEIDENPRINZ UND DIE POPKORNBRÜDER
Jannik Richard, Ferdinand Dölberg, Milan Dölberg

Auf der Suche nach der verschollenen Seidenkrone, trifft der verzweifelnde Seidenprinz auf die Popkornbrüder. Zusammen begeben sich die drei auf eine wilde Roallecoasterfahrt der Gefühle. Ob sie die Seidenkrone finden, steht in den Sternen geschrieben. Mit Schlager, Rock und Popkorn geht es ganz nach vorn.

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Samstag 11.1.20 / ab 18 Uhr
THE PIEZO MAGRITTE
Bodo Brüsehaber, Stefan Pfeiffer & Johannes Thies

Träumen Alumänner von Schafen aus Staniol?!

Funkferngesteuerte fliegende Raumschiffe als Beweismittel.
Roboterangriff am Schlund des Vulkans.
Viel Ärger und Enttäuschungen.
Breit lächelnd und tief ausgeglichen.
Schnabeltierplage im Wohnzimmer, sie verstecken sich unter der Anbaureihe.
Welche Theorie steckt hinter der Theorie?

The Piezo Magritte steuern geradewegs in die Halbtraumwelt des Aluminiummenschen.
Es möge ja hoch in die Ungewissheit fliegen.

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Mittwoch 15.1.20 / ab 18 Uhr
TV PHASE
Heiko Wommelsdorf

Bildsignale können Tonstörungen hervorrufen: Intercarrier-Brummen. Deshalb ist eine starke Begrenzung der Ton-ZF-Spannung im Ton-ZF-Teil erforderlich.
In TV-Phase werden ausgemusterte Röhrenfernseher zu den ausführenden Instrumentalisten einer Partitur eines selbst kreierten „Notensystems“.

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Freitag 17.1.20 / ab 18 Uhr
WELTPREMIERE!
Judith Delgado

Multilinguale Liederstunde mit Judith Delgado.
Die ungeschulte Stimme als Hauptinstrument – anderes als Garnitur.
In der Kürze liegt die Würze und in der Wiederholung die Magie.
Feinster Dilettantismus von Herzen.

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Samstag 18.1.20 / ab 18 Uhr
CE HEART & POSTPORN
Carola Ernst & Markus Prinz

1.: experminental von hard-break-core-noise-sound-collage
2.: frei-mix-tanz-bar

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Montag 20.1.20 / ab 18 Uhr
DIE APOTHEKE
Aristide & Constance Olt, Thomas Zipp

Liberation,
Absorption,
Distribution,
Metabolisierung,
Exkretion

Pharma 4 u

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Donnerstag 23.1.20 / ab 18 Uhr
ALABASTER STONES
Konstanze Habermann, Justin Jardine, Elena Samulowski & Olivia Wylde

Come lay your bones on the Alabaster Stones.
Herr, ich bin eines Tages in die Kirche gegangen, um sie schreien und beten zu hören.
Um zu hören, wie der Prediger die Botschaft überbringt.

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Samstag 25.1.20 / ab 18 Uhr
DIE YAMAHA XT 250 MEINER GROSSEN SCHWESTER – EIN VORTRAG MIT MUSIK
Baldischwyler & Hocker

Thomas Baldischwyler hat keinen Führerschein. Seine 7 Jahre ältere Halbschwester Pia hat dafür ein halbes Dutzend solcher Dokumente. Eins der ersten Fahrzeuge das sie sich zulegte war eine Enduro der japanischen Firma Yamaha. Die Yamaha XT 250 ist die kleine Schwester der XT 500. Der grosse Vorteil dieser günstigeren und abgespeckteren Motocross-Alternative: Sie lässt sich einfacher starten als ihre Vorgängerin – Auch nach 30 Jahren.

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Jonas Hofrichter

Im ästhetischen Konzept des „Gesamtkunstwerks“ postuliert Richard Wagner Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals medienwirksam die Auflösung sämtlicher Kunstgattungen. Musik, Tanz, Theater, Bildende Kunst und Bühnenbild konnten demnach nur in gegenseitiger Verschränkung Vollendung finden und eine Auflösung von Bühnen- und Zuschauerraum, Kunst und Leben erreicht werden. Theoretische und praktische Ausführungen wie Wassili Kandinskys „Farb-Klänge“ greifen solche Überlegungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts erneut auf und verfolgen gleichermaßen eine veränderte Sinneswahrnehmung in der Verschmelzung von Bild, Klang und Bewegung. Gleich Dada und Strömungen der Avantgarde nur wenige Jahre später, knüpfte sich auch Kandinskys Vorstellung eines ästhetischen Umbruchs unmittelbar an gesellschaftliche und politische Neuerungen. Prinzipien von Zufall, Reduktion und Dilettantentum als Form des Aufbegehrens, etablieren sich dabei zunächst in musikalischen Erzeugnissen und werden für Künstler wie Marcel Duchamp oder Làszlò Moholy-Nagy zum Wegweiser und Werkzeug radikaler Veränderungen. Auch in den nachfolgenden Jahrzehnten und bis in die Gegenwart dienen Musik und bildende Kunst sich fortlaufend als Katalysatoren und betonen ein explizites Interesse an performativen Herangehensweisen ebenso wie an kollektiver Autorschaft und verschiedenen Formen der Zusammenarbeit und Rezeption. Musikalische Strömungen wie Jazz, Punk und Pop, ebenso wie Techno, New Wave, Minimal oder Rap finden so immer auch parallele Prozesse in der Bildenden Kunst oder werden in Form von Bandprojekten konkret zum Bestandteil künstlerischer Auseinandersetzung. Insbesondere auch innerhalb einer jüngeren Generation finden sich zahlreiche Beispiele für eine parallele Ausübung der verschiedenen Medien die nur im Zusammenspiel ihre Aussagekraft entfalten.

Die Ausstellung void & sound in der Galerie Kai Erdmann in Hamburg greift eine additive Vorgehensweise auf und lädt über den Zeitraum von etwa zwei Monat jeweils für einen Abend Positionen ein, die sowohl künstlerisch als auch in den Bereichen von Musik und Ton arbeiten. Während die Sound-Arbeiten in Form von Klangexperimenten, Konzerten oder Performances ihrem ephemeren Charakter entsprechend immer nur an einem Abend live in der Galerie nachvollzogen werden können, verbleibt als Pendent eine künstlerische Arbeit etwa in Form von Malerei, Skulptur, Fotografie oder Zeichnung auch über den Auftritt hinaus im Ausstellungsraum. So ergibt sich eine im Laufe der Ausstellung eine kontinuierlich erweiterte Situation, die erst am Abend der Finissage ihren endgültigen Abschluss erreicht. Die Struktur der Ausstellung thematisiert in dieser Hinsicht einen Aspekt von Kunst und Musik zunehmend zum Unterhaltungsprogramm und kurzweiligen Konsum in den Sozialen Netzwerken zu avancieren; mit einer Verkaufsausstellung in einer Galerie, die vorbei ist ehe sie angefangen hat werden dabei (im Sinne eines programmatischen Dilettantentums) gleichfalls die marktüblichen Strukturen absurdum geführt.

Rosa Windt
Hamburg, 2019